Nutzung des Hanseschiffes

Möchten Sie einmal auf der "Lisa von Lübeck" mitfahren, oder an Bord Ihre Freunde in mittelalterlicher Atmosphäre bewirten?

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Terminkalender

Nachbau ohne Vorbild?

Sie gehen auf einen Flohmarkt und kaufen ein 1000-teiliges Puzzle mit einem Schiffsmotiv. Sie wissen aber nicht, welches Schiff auf dem Puzzle abgebildet ist. Zuhause stellen sie fest, dass nur noch 100 Teile vorhanden sind. In mühevoller Kleinarbeit positionieren Sie die Teile und malen die Fehlstellen mit Buntstiften aus. Anschließend haben Sie ein Bild, das wahrscheinlich dem Vorbild recht nahe kommt.

Bei der Rekonstruktion historischer Gegenstände nennt man das experimentelle Archäologie.

Über diesen Weg wurde auch die "LISA von LÜBECK" nachgebaut. Im Gegensatz zu den Koggen gibt es von der Kraweel des 15. Jahrhunderts im ehemaligen Hanseraum keine Funde von Schiffswracks. Einzelne Bauteile hat man in Häusern, Brunnen oder bei Ausgrabungen in Straßen gefunden. Wurde ein Holzschiff abgewrackt, hat man die noch guten Teile z.B. für Bohlenwangen oder Brunnenaussteifungen für den Hausbau wiederverwendet.
Oft haben diese Teile eine prägnante Form, sodass Fachleute bestimmen könne, wo das Holz am Schiff verbaut wurde und wie groß das Schiff in etwa gewesen sein könnte. Zeitgenössische Bilder, auf denen Kraweelschiffe abgebildet sind, findet man überwiegend in Kirchen. In der Lübecker Marienkirche hängt z.B. das nebenstehende Bergenfahrer-Epitaph.

Das Ölbild wurde 1489 zum Gedenken an eine Schiffskatastrophe vor Norwegens Felsküste gemalt. Das Schiff im Vordergrund ist nach damaligem Kunstgeschmack stark stilisiert. Die Schiffe im Hintergrund sind von den Proportionen authentisch gezeichnet und geben wichtige Informationen über Takellage , die Aufbauten und die Rumpfform im Überwasserbereich.
Teilweise gibt es Beschreibungen von Zeitgenössischen Chronisten. Diese lassen z. T. Rückschlüsse auf bestimmte Konstruktionsmerkmale zu.
Zeitgenössische Schiffsmodelle von Kraweelen oder gar technische Zeichnungen sind bisher nicht bekannt. Wahrscheinlich hat man ohne Zeichnungen auf Basis von Überlieferungen und Erfahrungen gebaut. Das war oft noch bis weit ins 20. Jahrhundert im Holzschiffbau üblich.
Um die Figur des Schiffsrumpfes - vor allem des Unterwasserschiffes - zu bestimmen, haben Ingenieure der Technischen Universität Berlin Daten von gefundenen Schiffsrümpfen der vergangenen 1000 Jahre ausgewertet. So konnte durch Vergleiche von Schiffen vor und nach dem Kraweelzeitalter in etwa die Rumpfform bestimmt werden.

In einem eigens gegründeten wissenschaftlich-technischem Fachrat haben Experten aus Schiffbau, Schifffahrt und Historie das gesamte Wissen gebündelt und umgesetzt. Ob die Fachleute recht hatten, wird sich zeigen - spätestens dann, wenn man eine Kraweel findet.